Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   27.08.13 11:47
    liusuifeng@yandex.com

http://myblog.de/layla-may

Gratis bloggen bei
myblog.de





Again

Manchmal denke ich wirklich, ich hasse sie. Aber nein, Hass ist ein viel zu starkes Wort, genauso wie Liebe. Belassen wir es lieber bei "Ich habe eine starke Abneigung". Klingt doch super. Es ist ja auch überhaupt nicht schlimm, jemanden nicht zu mögen. Warum auch nicht, all diese lächelnden Gesichter sind doch sowieso nur scheinheilige Fratzen. Wieso sollte ich sie mögen?

Insofern also alles kein Problem. Denkst du.

Denn ich kann nur wütend auf sie sein, wenn ich sie nicht sehe. Ich kann nur sauer und verletzt sein, wenn sie es auf keinen Fall erfahren kann. Vielleicht habe ich auch gar kein Problem mit ihr, sondern mit dieser Situation, diesem Leben und vor allem mir. Und dennoch ist da immer diese Wut, die heiß und kratzig in mir hoch steigt. Genau, heiß und kratzig, haha. Ein Hoch auf alle Scrubs-Fans, selbst wenn ich selbst nicht wirklich einer bin.

Aber ein Blick in ihre so unschuldigen Augen, und schon ist alle Wut verraucht. Ich weiß, dass ich immer noch sauer bin. Aber neben ihr verblassen meine Gefühle, neben ihr verschwindet meine Identität. Ich lächle für sie, freue mich mit ihr. Alles andere ist unwichtig. Sie soll glücklich sein. Als ob in meinem Gehirn einfach etwas aussetzt, ein Hebel umschaltet, der mir sagt "Mach sie glücklich.".

Doch dann, in der Einsamkeit, der Musik durchzogenen Stille, meldet sich wieder die kleine, gemeine Stimme in meinem Inneren, die mir sagt: "Hör endlich auf damit. Sie ist schuld. Sie ist es, sie war es, sie wird es immer bleiben. Immer bist du es, die den ersten Schritt machen musst. Immer wieder rettest du, was zu retten geht. Immer wieder verzeihst du, sagst, dass es in Ordnung ist, dass du sie verstehst. Aber du bist auch diejenige, die unbändige Wut empfindet, du weißt, dass es alles nur wegen ihr ist."
Ich protestiere, ich verstehe wirklich, ich verzeihe gern, denn es gibt nichts zu verzeihen, ich habe sie so lieb, ich würde alles für sie tun und sie dasselbe für mich.
"Nein, würde sie nicht, und du bist viel zu sehr mit dir selbst beschäftigt. Du wirst zerfressen von selbstvergessender Eifersucht, also sag es ihr. Nimm sie dir, oder sage dich für immer von ihr los. Du hasst sie, du liebst sie, du willst sie glücklich sehen und sie zugleich zerstören."
Nein, nein, das stimmt nicht! Ich habe nicht das Recht eifersüchtig zu sein, warum zur Hölle sollte ich eifersüchtig sein?! Aber dennoch weiß ich irgendwie, dass an diesem Punkt etwas dran sein mag. Auch wenn ich sie glücklich sehen will, sie beschützen möchte. Auch wenn ich sie unterstürze, verstehe, mag.

Denn das einzige, was ich jetzt noch erwartet und mir gewünscht habe, war Ehrlichkeit. Selbst wenn ich auch nicht immer ehrlich war, aber SIE hat mich belogen. SIE hat mich verraten, auch wenn es nichts gab, was sie hätte verraten können. Immer war ich diejenige, die reden wollte, die gedrängt hat, auch wenn es so weh tut. Schmerzt. Schlimmer als alle Schnitte und Wunden.

Gleichzeitig schreie ich NEIN so laut ich kann, das ist nicht wahr! Sie war für mich da, sie kümmert sich um mich, sie bringt mich dazu, meine Lethargie zu durchbrechen und etwas mit ihr zu unternehmen, sie ist die aktivere von uns beiden.

Thehe. Die "Aktivere". Wenn das nicht passend ist.

Sie zerreißt mich und weiß es anscheinend nicht einmal. Sie versteht mich wahrscheinlich nicht mehr. Schade, früher war das anders. Zusammen beendete Sätze, gleiche Gedanken, Aneinanderschmiegen, träumen, Ängste aussprechen. Lang, viel zu lang.
Woran es liegt, weiß ich nicht. Erzähle ich ihr zu wenig? Ist es einfach der normale Verlauf? Liegt es an ihr?
Jeden Nacht habe ich eine neue Antwort, die ich mir fiebernd-glücklich überlege und die mir den Atem raubt, bis sie im grauen Licht des neuen Tages genauso verblasst, reißt und in tausend Stücke zerspringt wie all die anderen zuvor.

 Ich kann sie nicht ansehen, und doch brauche ich sie und denke, dass sie mich braucht. Ich bin zerrissen. Und ich werde es ihr nicht sagen. Sie hat uns nie eine Chance gegeben, ihm so viele. Ich habe uns nie eine Chance gegeben und jetzt bin ich eifersüchtig. Er sagt, dass er sie liebt, aber er kennt sie doch kaum. Er sagt, dass er sie mag, und ist ehrlicher als sie. Sie stand mir doch näher! Aber jeder kennt ja die Vergänglichkeit von zwischenmenschlichen Beziehungen.

Und bin nicht ich immer diejenige, die angeblich alles versteht und ach so tolerant ist? Die all dieses scheinheilige Getue verabscheut, wenn es nicht nötig ist? Die die Notwendigkeit einsieht, sie erfüllt, aber noch mehr hasst? Ich habe doch Verständnis. Also gilt das auch für sie. Auch für ihn. Für die ganze Situation. Ich brauche bestimmt nur ein paar Tage, um mich an den Gedanken zu gewöhnen.

Ich habe kein Recht, verletzt zu sein.

Also bin ich es nicht.

18.2.10 14:35
 


Werbung


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Nachtigall (19.2.10 15:29)
*festhalt und kraul*
ich weiß was du meinst. so sehr. Und es ist nicht fair. Aber ich bin für dich da. <3


elfi (20.2.10 18:29)
rechtschreibfehler... haha

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung